Sie selbst wissen aus Ihrer Erfahrung vermutlich schon, welche Dinge Ihnen guttun. Manchmal ist der Alltag aber so anstrengend, dass kaum Zeit bleibt, sich darüber Gedanken zu machen. Hier finden Sie einige Tipps für alltagstaugliche Aktivitäten, die Ihnen beim Entspannen helfen können.

Wenn Sie Ihr Kind tagsüber überwiegend allein versorgen

Wenn Sie Ihr Kind tagsüber überwiegend alleine versorgen, können Sie folgende Dinge versuchen:

  • Machen Sie eine kurze Entspannungsübung, zum Beispiel eine Atemübung: 4 Sekunden einatmen, 7 Sekunden ausatmen, mindestens 11 Wiederholungen.
  • Versuchen Sie sich – wann immer es geht – etwas Ruhe zu gönnen. Legen Sie sich, wenn möglich hin, wenn auch Ihr Kind gerade schläft.
  • Arbeitsteilung: Bitten Sie Ihren Partner/Ihre Partnerin, andere Familienmitglieder oder Freunde um Unterstützung bei der Versorgung Ihres Kindes.
  • Rufen Sie Ihren Partner/Ihre Partnerin, andere Familienmitglieder oder Freunde an, um ein Gespräch unter Erwachsenen zu führen.
  • Machen Sie einen Spaziergang mit Ihrem Kind an der frischen Luft.
  • Bereiten Sie sich eine Tasse Tee zu und trinken Sie diese achtsam.
  • Gönnen Sie sich etwas zu Essen, das Sie besonders mögen.
  • Cremen Sie sich selbst achtsam mit einer wohltuenden Körper- oder Gesichtscreme ein.
  • Nehmen Sie sich 10-15 Minuten für sich, um in einem Buch o.ä. zu lesen oder im Internet zu surfen.
  • Hören Sie Musik (wenn Sie möchten auch über Kopfhörer, während Sie versuchen, Ihr schreiendes Kind zu beruhigen).
  • Führen Sie ein Tagebuch, in dem Sie schöne, besondere oder lustige Momente mit Ihrem Kind festhalten. Es dient nicht nur Ihnen als Erinnerungshilfe, auch Ihr Kind wird sich später darüber vielleicht einmal freuen.
  • Lesen Sie in diesem Tagebuch, um sich schöne Momente ins Gedächtnis zu rufen.
  • Nutzen Sie die Dankbarkeitsübung in der App.
  • Nehmen Sie Momente, in denen Ihr Kind ruhig ist, bewusst wahr und treten Sie dann in Interaktion mit Ihrem Kind.
  • Suchen Sie sich eine Eltern-Kind-Gruppe (z. B. Babyschwimmen, Spielgruppe etc.).
  • Lernen Sie andere Mütter und Väter kennen, um sich mit ihnen auszutauschen.
  • Wenn Sie weitere Kinder haben: Versuchen Sie, regelmäßig auch Freizeitaktivitäten für Ihre Kinder zu finden, die nicht bei Ihnen zu Hause stattfinden (z. B. spielen bei Freunden, Sportverein, etc.)
  • Versuchen Sie, das Quengeln oder Schreien Ihres Kindes als Kommunikationsversuch mit Ihnen zu sehen: Dieser Ansatz erleichtert es Ihnen „durchzuhalten“, wenn Ihr Kind gerade viel schreit.
Wenn jemand verfügbar ist, der Sie bei der Versorgung Ihres Kindes unterstützt

Wenn jemand verfügbar ist, der Sie bei der Versorgung Ihres Kindes unterstützt, können Sie folgende Dinge versuchen:

  • Nehmen Sie in Ruhe ein warmes Bad oder eine warme Dusche.
  • Machen Sie einen Sport, den Sie mögen.
  • Machen Sie eine geführte Meditations- oder Yogaeinheit, die Sie dabei unterstützt, den Fokus auf das Positive zu lenken.
  • Machen Sie alleine oder mit Freunden einen Spaziergang.
  • Gönnen Sie sich eine kleine Auszeit, z.B. beim Friseur, Massage, Sauna.
  • Unternehmen Sie etwas mit Freunden, z.B. ins Kino, Theater, Essen oder Kaffee trinken gehen.
  • Gehen Sie Ihrem Hobby nach, z.B. Malen, Basteln, Lesen.

Versuchen Sie, jeden Tag mindestens eine Aktivität unterzubringen, die Ihnen guttut. Denken Sie daran, dass die Fürsorge, die Sie für sich selbst aufbringen, eine Voraussetzung dafür ist, dass Sie Ihr Kind gut versorgen können. Vielleicht hilft Ihnen dabei das folgende Sinnbild: Im Flugzeug werden Sie für den Notfall gebeten, zuerst Ihre eigene Sauerstoffmaske aufzusetzen, bevor Sie anderen helfen. Denn sorgen Sie nicht für sich selbst, sind Sie auch nicht mehr in der Lage, sich um andere zu kümmern, die auf Sie angewiesen sind. Übertragen Sie diese Situation auf den Alltag mit Ihrem Kind.

Dass Sie als Eltern von Zeit zu Zeit Ihre eigenen Grenzen erreichen, ist nicht ungewöhnlich. Manchmal kann es auch sein, dass die genannten Strategien und Tipps nicht mehr ausreichen, um dem Kreislauf aus negativen Empfindungen zu entkommen. Denken Sie daran: Keine Mutter und kein Vater ist immun gegen das Gefühl, mit einer Situation absolut überfordert zu sein. Wir sind dann nicht mehr wir selbst. Im schlimmsten Fall kann die Verzweiflung sogar dazu führen, dass wir auch nicht mehr handeln können wie wir selbst.

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie derart überfordert sind, dass Sie nicht mehr für die Sicherheit Ihres Kindes garantieren können, suchen Sie sich bitte umgehend Hilfe. Unter dem Menüpunkt Notfall & Hilfe finden Sie ein Verzeichnis geeigneter Anlaufstellen für professionelle Hilfe in Ihrer Nähe. Für akute Krisensituationen finden Sie dort auch einen Notfall-Plan mit Notfall-Kontakten.