Vor der Geburt
- Die Muttermilch ist die ideale Nahrung für Ihr Baby. Sie enthält für jede Entwicklungsstufe Ihres Babys die optimalen Nährstoffe. Darüber hinaus beinhaltet sie auch Antikörper, die das Kind vor Krankheiten schützen können. Manche Mütter möchten aber lieber auf Fläschchen-Nahrung zurückgreifen. Generell wird das Stillen empfohlen, Sie entscheiden aber natürlich selbst, ob Sie Ihr Baby stillen oder ihm lieber Muttermilchersatz (Fläschchen-Nahrung) geben möchten. Wenn Sie Fragen zu Thema Stillen und Muttermilchersatz haben oder Hilfe benötigen, eine Wahl zu treffen, sprechen Sie am besten Ihre Hebamme an.
- Wenn Sie bisher keine Erfahrung im Stillen haben, können Sie Ihre Hebamme bereits vor der Geburt um weitere Informationen zu diesem Thema bitten. Außerdem gibt es auch Stillvorbereitungskurse, in denen werdende Eltern alles rund um das Thema Stillen lernen. So können Sie die Chance steigern, dass das Stillen später auch gut klappt. Wenn Sie Ihr Baby in einem Krankenhaus zur Welt bringen, erhalten Sie darüber hinaus standardmäßig eine professionelle Stillberatung durch die dortigen Hebammen.
- Auch wenn Sie sich entschließen, auf Fläschchen-Nahrung zurückzugreifen, kann Ihnen die Hebamme hilfreiche Tipps geben, wie ein Fläschchen richtig vorbereitet und die passende Temperatur überprüft wird.
0-4 Monate: Stillen/Fläschchen-Nahrung
- In den ersten vier Monaten sollte Ihr Baby ausschließlich flüssige Nahrung erhalten – idealerweise Muttermilch, da diese die besten Nährstoffe enthält.
- Möglicherweise haben Sie nicht sofort einen Milcheinschuss. Bis die Milch einschießt, kann es nach der Geburt manchmal durchaus einige Tage dauern. In der Regel ist das erst einmal kein Grund zur Besorgnis, sprechen Sie jedoch zur Sicherheit Ihre Hebamme an. Um die Milchbildung anzuregen, sollten Sie am besten innerhalb der ersten Stunde nach der Geburt mit dem Stillen beginnen. Je länger Sie warten, desto schwieriger kann der „Stillstart“ werden. Auch ein enger Hautkontakt mit Ihrem Kind regt die Milchbildung an. Ihre Hebamme oder Stillberater/in im Krankenhaus unterstützt Sie gerne mit weiteren hilfreichen Tipps.
- In den ersten Tagen nach der Geburt ist es wichtig, dass Sie Ihr Baby möglichst häufig stillen – der ungefähre Richtwert liegt bei 8-12 Mal täglich. Je öfter Sie Ihr Baby an die Brust anlegen, desto mehr wird die Milchbildung angeregt und desto routinierter wird das Stillen für Sie und Ihr Baby.
- Stillen klappt dann gut, wenn Sie dabei keine Schmerzen haben und Ihr Baby möglichst einfach saugen kann. Die richtige Position beim Stillen ist daher für Sie beide sehr wichtig – halten Sie dazu Ihr Baby am besten leicht angewinkelt auf Ihrem Arm oder legen Sie es in Seitenlage neben sich. Auch eine positive und entspannte Atmosphäre ist für das Stillen wichtig. Manche Mütter finden es auch einfacher zu stillen, wenn sie mit ihrem Kind allein sind. Versuchen Sie einen Ort zu finden, an dem Sie sich gemütlich und in Ruhe hinsetzen oder hinlegen können. Es gibt auch spezielle Stillkissen und -sessel zu kaufen, die Sie bei einer komfortablen Stillposition unterstützen können. Zögern Sie nicht, Ihre Hebamme zu fragen, ob sie Sie in den ersten Tagen nach der Geburt anleiten kann.
- Bitte denken Sie daran, dass normalerweise in den ersten 4 Monaten Muttermilch allein als Nahrung für Ihr Baby ausreicht. Auch wenn sich die Menge der Muttermilch während eines Stillvorgangs und über den Tag hinweg reduzieren kann, reicht sie für Ihr Baby normalerweise aus — sie ist spezifisch an seine Bedürfnisse angepasst. Die Hintermilch (die Milch, die zum Ende des Stillvorgangs kommt) ist sehr energiehaltig und reich an Proteinen und kann daher eine geringere Milchmenge kompensieren.
- Unterstützen Sie Ihr Baby, zunächst an der einen Brust zu Ende zu trinken und erst dann auf die andere Seite zu wechseln, wenn in der ersten Brust keine Milch mehr vorhanden ist. Dadurch bringen Sie Ihr Baby dazu, die energiereiche Hintermilch zu trinken.
- In den ersten 2 Monaten wird empfohlen, Ihr Baby je nach seinem Verlangen zu füttern. Anzeichen für Hunger können z.B. sein, dass Ihr Baby seinen Mund öffnet und seine Hände zum Mund bewegt. Auch Schreien kann ein Hinweis auf Hunger sein, normalerweise gibt Ihnen Ihr Baby jedoch zuvor schon andere Hungersignale. Wenn Ihr Kind Fläschchen-Nahrung bekommt, können Sie ebenfalls je nach Verlangen des Babys füttern. Beachten Sie jedoch, dass Ihr Baby nicht die gesamte Flasche austrinken muss.
- Wenn Ihr Baby eine Frühgeburt war oder ein sehr geringes Geburtsgewicht hatte, sollten Sie das Füttern mit Ihrer Kinderärztin/Ihrem Kinderarzt, Hebamme oder Stillberater/in besprechen.
4-8 Monate: Einführung von fester Nahrung
- Beachten Sie, dass der Zeitpunkt, zu dem sich ein Interesse an fester Nahrung entwickelt, bei jedem Baby unterschiedlich ist. Jedoch sollte mit dem Anbieten von fester Nahrung nicht vor einem Alter von ca. 4 Monaten und nicht später als mit 6 Monaten begonnen werden.
- Wenn Sie feste Nahrung einführen, starten Sie mit feinpürierten Mahlzeiten und wechseln erst nach und nach zu stückigem Essen.
→ Bieten Sie Ihrem Baby zunächst kleine Portionen an. Selbst wenn Ihr Kind das neue Essen zunächst nicht probieren möchte, hilft es ihm möglicherweise schon, die unbekannte Mahlzeit erst einmal nur zu betrachten, um sich langsam daran zu gewöhnen.
→ Die neue Nahrung kann das Baby zunächst irritieren; das Baby verzieht das Gesicht, dreht sich vielleicht weg oder spuckt die Nahrung aus. Das ist ganz normal. Geben Sie Ihrem Baby kleine Pausen und signalisieren Sie ihm, dass Sie es verstehen und nicht überfordern möchten. Auf keinen Fall sollte weitergefüttert werden, wenn das Baby weint oder schreit. Beenden Sie in diesem Fall die Breimalzeit und versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt erneut. Zeigt das Kind weiterhin Abwehr oder Unbehagen, sollte dem Baby noch etwas Zeit mit der Einführung der Breikost gegeben werden.
→ Sie können Ihrem Baby neue Geschmäcker anbieten, wenn Sie merken, dass es gut mit dem Brei zurechtkommt. - Denken Sie daran, dass die Umgebung während der Mahlzeit das Essverhalten Ihres Babys entscheidend beeinflussen kann. Versuchen Sie, eine positive und entspannte Atmosphäre sowie eine angenehme Routine zu schaffen. Am besten ist es, wenn Sie geregelte Mahlzeiten einhalten und es Ihnen gelingt, dass die Familie mindestens einmal am Tag zum Essen beisammen sitzt. Ihr Kind sollte dabei seinen eigenen, festen Sitzplatz haben.
→ Achten Sie auf eine angenehme Fütterposition für Ihr Kind. Diese kann auf Ihrem Schoß oder Ihrem Arm sein. Sobald Ihr Kind sitzen kann, können Sie es in seinen Hochstuhl setzen. Eventuell ist hier anfangs Unterstützung durch ein Kissen am Rücken sinnvoll.
→ Vergessen Sie nicht, dass Sie ein Vorbild sind! Kinder lernen durch Nachahmung von anderen Familien-Mitgliedern. Ein entspanntes, gemeinsames Essen ist eine gute Vorbildsituation für Ihr Baby.
→ Bleiben Sie während des Fütterns mit Ihrem Baby in Kontakt. Achten Sie gut auf seine Signale, wann es satt ist und nicht weitergefüttert werden möchte (z.B. Wegdrehen, Kopfschütteln, Desinteresse).
→ Der Raum sollte während des Fütterns hell sein.
→ Reduzieren Sie Störgeräusche im Raum, beispielsweise durch Ausschalten des Fernsehers/ Radios etc.
→ Achten Sie darauf, dass während der Mahlzeit keine Ablenkung (keine Spielsachen etc.) stattfindet. - Freuen Sie sich mit Ihrem Kind, wenn es etwas Neues probiert und bestärken Sie es darin.
- Ablenkung und Abwehr können Anzeichen dafür sein, dass Ihr Kind mit der Situation überfordert ist. Sie sollten die Füttersituation dann frühzeitig unterbrechen, um Stress für Sie und Ihr Kind zu vermeiden. Versuchen Sie zu einem späteren Zeitpunkt erneut, Ihr Kind zu füttern. Sollte Ihr Kind regelmäßig Essen abwehren, suchen Sie bitte eine professionelle Beratungsstelle auf.
Ab 8 Monaten: Feste Nahrung
- Ab diesem Alter sollte Ihr Kind in einem Hochstuhl sitzen können, ohne gestützt zu werden.
- Zwischen ca. 7 und 11 Monaten sollten Sie Ihrem Kind ruhig erlauben, selbst mit den Fingern zu essen. Platzieren Sie das Essen nahe bei Ihrem Kind, sodass es die Nahrung mit den Fingern erkunden kann. Sie können das Essen auch auf kindgerechte, kreative Weise anrichten, indem Sie beispielsweise lustige Formen legen/zurechtschneiden. Sie können Ihrem Baby auch einen Plastiklöffel geben, sobald es ihn halten kann – denken Sie daran, dass es individuell unterschiedlich lange dauern kann, bis Kinder selbst mit einem Löffel essen können.
- Zwischen den Mahlzeiten sollte etwas Zeit liegen. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind nicht zu viele Snacks zwischendurch isst, damit es nicht schon vor der eigentlichen Mahlzeit satt ist.
- Nachts braucht Ihr Kind nun in der Regel etwas weniger Nahrung.
- Legen Sie klare Essensregeln fest und setzen Sie Grenzen, wenn Ihr Kind unangemessenes Essverhalten zeigt. Sie können beispielsweise das Essen nach 10-15 Minuten wegräumen, wenn Ihr Kind nur noch damit spielt oder die Mahlzeit beenden, wenn Ihr Kind mit Essen herumwirft. Möglicherweise isst Ihr Kind allgemein langsam – achten Sie daher darauf, das Essen nicht zu früh abzuräumen. Wenn möglich, sollte die Mahlzeit jedoch auf maximal 30 Minuten begrenzt werden.
- Achten Sie darauf, dass auch andere Bezugspersonen Ihr Kind nie unter Druck oder Zwang füttern! Alle Personen, die Ihr Kind füttern, sollten die Grundregeln, die Sie beim Essen aufgestellt haben, einhalten.
- Wenn Sie sich Sorgen machen oder gestresst fühlen, spürt Ihr Kind das auch. Kümmern Sie sich also gut um sich selbst. Nur so sind Sie in der Lage, Ihrem Kind dabei zu helfen, das Thema Essen entspannt und zuversichtlich anzugehen.