
Vielleicht werden Sie einmal zu hören bekommen, dass Eltern anhand der Art oder Tonlage des Schreiens ihres Babys erkennen können, was ihm gerade fehlt. Angeblich klingt beispielsweise das Schreien bei Hunger anders als bei Schmerz. Lassen Sie sich nicht verunsichern: Bei dieser Aussage handelt es sich um einen Mythos!
Sie können an der Intensität des Schreiens zwar erkennen, wie sehr Ihr Baby den Kontakt zu Ihnen sucht, aber nicht, was genau der Grund hierfür ist. Sie lernen erst aufgrund von gemeinsamen Erfahrungen, was Ihr Baby von Ihnen braucht, wenn es schreit. Die individuelle Situation hilft Ihnen als Eltern einzuschätzen, warum Ihr Baby schreit:
Ist die letzte Mahlzeit z. B. bereits 4 Stunden her, liegt es nahe, dass das Schreien Hunger ausdrückt. Aber gerade bei exzessiv schreienden Babys kann nicht immer eine Ursache festgestellt werden. Die Tonlage oder Art des Schreiens sind nicht ausschlaggebend, um Ihr Baby zu verstehen.
Bestimmt bekommen Sie von vielen Seiten Ratschläge und „wertvolle Tipps“, wie Ihr schreiendes Baby am besten beruhigt werden kann. Denn eigentlich muss sich ja jedes Baby von seinen Eltern beruhigen lassen — oder nicht?!
Auch hierbei handelt es sich um einen Mythos! Alle Babys haben Zeiten, in denen sie sich trotz aller Bemühungen ihrer Eltern nicht beruhigen lassen. Nichts, was Sie ausprobieren, scheint zu helfen — kuscheln, wiegen, herumtragen, vorsingen, füttern… Vielleicht kennen Sie solche Situationen und haben diese Dinge auch schon erfolglos versucht. Die Forschung zeigt, dass tatsächlich etwa 40 % des Schreiens von Babys in den ersten 3 Lebensmonaten nicht zu beruhigen ist – ganz gleich wie sehr Sie sich als Eltern bemühen.