Eine der ersten großen Entwicklungsaufgaben für Ihr Baby ist die Selbstregulation:

Es lernt, verschiedenste Spannungszustände selbst zu regulieren, wie z. B. Freude, aber auch Angst oder Frustration. Auch der Rhythmus zwischen Schlaf- und Wachzeiten sowie Hunger- und Sättigungsgefühl sind erst einmal neu für Ihr Kind. Wenn es innerlich angespannt oder erregt ist, muss es einen Weg finden, sich wieder zu regulieren.

Babys verfügen bereits bei Geburt über gewisse selbstregulatorische Fähigkeiten und entsprechende Selbstberuhigungsstrategien. Vielleicht beobachten Sie an Ihrem Baby, dass es an seiner eigenen Hand saugt, sich an Ihrer Kleidung oder Haaren festzuhalten versucht oder bestimmte Objekte einfach länger anguckt. All das sind Versuche Ihres Kindes, sich selbst zu regulieren.

Dennoch ist Ihr Kind hier — besonders in seinen ersten Lebensmonaten — sehr auf Ihre Unterstützung angewiesen: Sei es beim Beruhigen, Füttern, Schlafen, Spielen und Erkunden oder in Situationen, die es irritieren oder überfordern. Es handelt sich um enorme Anpassungsleistungen, die Ihr Baby erbringen muss. Mit Ihrer Hilfe lernt Ihr Kind, seine eigenen selbst regulatorischen Fähigkeiten zu nutzen und sich auch immer besser selbst zu beruhigen, wenn es schreit. Hier gibt es große Unterschiede zwischen Babys. Während manche Kinder leicht zu beruhigen sind, benötigen andere Kinder viel Unterstützung von außen. Vorausgesetzt, dass Ihr Baby schon ein gewisses Maß an Kompetenzen zur Selbstregulation hat, können Sie die Selbstregulationsfähigkeiten Ihres Babys unterstützen, indem Sie nicht sofort bei „jedem Muckser“ eingreifen. Warten Sie stattdessen einen kurzen Moment ab, ob Ihr Baby vielleicht selbst Mittel findet, um sich zu beruhigen. Wenn es sich nicht alleine beruhigt, helfen Sie ihm, indem Sie z. B. sein Händchen an seinen Mund führen, es leise ansprechen, Ihre Hand auf seinen Bauch legen, ihm etwas zeigen o.ä. Allgemein sind hier auch regelmäßige Alltagsroutinen hilfreich. Ausführlichere Anregungen finden Sie unter Praktische Tipps im Umgang mit Ihrem Baby.

Die ersten Lebensmonate Ihres Babys sollten Sie als Kennenlernphase verstehen. Schon bald werden Sie Ihr Kind besser kennen und immer mehr einschätzen lernen, warum und in welchen Situationen es schreit und wie Sie darauf effektiv eingehen können. Trotzdem gibt es Babys, die schwerer zu lesen sind als andere und es wird Situationen geben, die nicht so gut einschätzbar sind, auch wenn Sie Ihr Baby schon gut kennen.