Nicht immer gestaltet sich das Füttern eines Babys oder Kleinkindes einfach und unkompliziert, auch wenn andere Eltern, Werbung oder sonstige Medien diesen Eindruck erwecken können.

Was, wenn Ihr Kind zum Beispiel die Nahrung abwehrt, zu weinen beginnt, sobald es die Flasche sieht, sich sträubt in den Hochstuhl gesetzt zu werden, schon den ersten Löffel regelmäßig wieder ausspuckt? Wenn es in der Folge vielleicht nicht weiter zunimmt oder gar abnimmt? Dann kann es passieren, dass sich alles nur noch ums Füttern und Essen dreht und der Alltag von Sorgen um die gesunde Entwicklung des Kindes geprägt ist. Diese Sorgen können dazu führen, dass Eltern stark verunsichert in Bezug auf das Füttern sind. Das kann dazu führen, dass Eltern sich bezüglich der Essensmengen eher an den Herstellerangaben auf der Nahrungsverpackung orientieren als an den Hunger- und Sättigungssignalen, die ihr Kind ihnen gibt und ihm übermäßig häufig Nahrung anbieten. Die Füttersituationen sind dann oft durch Nervosität, Nachdruck oder Zwang gekennzeichnet, was beim Kind erst recht zu einer Abwehr der Mahlzeit führt – auch wir Erwachsenen könnten unter solchen Bedingungen nur schwer in Ruhe essen. Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einem Restaurant und der Kellner schiebt Ihnen die Gabel in den Mund, beobachtet dabei genau, wie schnell und wieviel Sie essen – das macht keinen Spaß!

Vorübergehende Fütterprobleme

Vorübergehende Fütterprobleme werden relativ häufig von Eltern, auch bei gesunden und gut genährten Babys und Kleinkindern, geschildert: Bis zu 25% aller Kinder in den ersten beiden Lebensjahren haben vorübergehend solche Schwierigkeiten.

Dabei handelt es sich meistens um sogenannte „Anpassungsschwierigkeiten“, die Ihr Kind während der Übergangsphasen zu neuer Kost haben kann, z.B.:

  • vom Stillen zum Saugen an der Flasche
  • bei der Einführung von fester Kost (Beikost) oder neuer Geschmacksrichtungen
  • beim Übergang zur Familienkost
  • zu Beginn des selbstständigen Essens
  • bei Veränderungen der Füttersituationen (z.B. Umgebungswechsel).

In vielen Fällen legen sich diese Probleme wieder, Sie brauchen dann „nur“ Geduld, bis Ihr Kind sich an die neue Nahrung oder Darreichungsform gewöhnt hat. Geben Sie Ihrem Kind und sich selbst Zeit, sich auf neue Situationen, neue Nahrung oder neue Darreichungsformen einzustellen.

Hartnäckige Fütterprobleme

Manchmal können Fütterprobleme hartnäckiger sein und so zu einer wirklichen emotionalen Belastung für Sie und Ihr Kind werden. Viele Eltern, deren Kind Probleme beim Füttern zeigt, schildern:

  • Angst um die Entwicklung, das Gedeihen und Überleben ihres Kindes
  • Versagensängste, ihr Kind nicht angemessen ernähren oder nicht stillen zu können
  • Tiefe Verunsicherung
  • Empfinden von Leistungsdruck
  • Druck vonseiten der Umwelt
  • das Gefühl, dass Füttersituationen zum Machtspiel werden

Ein hartnäckiges Fütterproblem bedeutet:

  • Ihr Kind isst durchgehend weniger als für sein Alter angemessen.
  • Ihr Kind vermeidet Essen oder zeigt durchgehend kein Interesse an Essen.
  • Ihr Kind zeigt ein extrem wählerisches Essverhalten.
  • Ihr Kind hält Nahrung im Mund zurück, ohne sie herunterzuschlucken oder würgt regelmäßig die Speisen wieder hoch.
  • Die Hauptnahrungsaufnahme ist nur dann möglich, wenn Ihr Kind im Halbschlaf ist oder Ihr Kind isst nur in ganz spezifischen Situationen (z.B. vor dem Fernseher, beim Spielen).
  • Die problematische Füttersituation hält schon länger als einen Monat an.
  • Die Füttersituation belastet Ihr Kind und seine Entwicklung oder Sie als Eltern oder die Beziehung zwischen Ihnen und Ihrem Kind.

Denken Sie daran: Sie müssen die Fütterprobleme Ihres Kindes nicht allein lösen! Unter dem Menüpunkt “Notfall & Hilfe” finden Sie ein Verzeichnis geeigneter Anlaufstellen für professionelle Hilfe in Ihrer Nähe. Für akute Krisensituationen finden Sie in dieser App einen Notfall-Plan mit Notfall-Kontakten.