
Allgemein werden zwei Schlafarten unterschieden: Der REM- und der Non-REM-Schlaf. Als REM-Schlaf (REM = rapid eye movement) wird der oberflächliche Schlaf bezeichnet. Studien konnten zeigen, dass sich in dieser Schlafphase unsere Augen unter geschlossenen Lidern schnell hin und her bewegen. Wenn wir uns im oberflächlichen Schlaf befinden, sind wir besonders störanfällig für Geräusche, die uns aufschrecken und aufwachen lassen. Außerdem ist der REM-Schlaf die Schlafphase, in der wir am meisten träumen. Jetzt verarbeiten wir die Informationen, die unser Gehirn während des Tages angesammelt hat.
Im Non-REM-Schlaf (non-rapid eye movement) findet auch die Tiefschlafphase statt. Hieraus lassen wir uns nur schwer aufwecken. Es wird angenommen, dass der Tiefschlaf die Phase ist, in der das Wachstum von Kindern besonders angeregt wird und Gedächtnisbahnen ausgebildet werden.
Zusammen bilden die verschiedenen Schlafphasen einen Zyklus, der sich während der Nacht mehrfach wiederholt.
Auch bei Babys und Kleinkindern wechseln sich oberflächliche und tiefe Schlafphasen ab. Im Vergleich zum Schlafzyklus von Erwachsenen gibt es aber einige Unterschiede:
- Die einzelnen Schlafzyklen Ihres Babys sind im ersten Lebenshalbjahr relativ kurz (ca. 50-60 Minuten im Gegensatz zu ca. 90 Minuten bei Erwachsenen). Am Ende eines solchen Schlafzyklus wachen Babys und Kleinkinder häufig kurz auf, wohingegen Erwachsene meist ohne Erwachen in den nächsten Zyklus übergehen.
- Der Schlaf Ihres Babys besteht in den ersten Lebensmonaten etwa zu 50 % aus REM-Schlaf-Phasen (im Vergleich zu Erwachsenen mit ca. 20 % des Gesamtschlafs), aus denen es leicht erweckbar ist. In dieser aktiven Schlafphase kann Ihr Kind plötzliche Bewegungen zeigen, Geräusche machen und sogar lächeln (sogenanntes „Engelslächeln“). Dieser oberflächliche Schlaf gehört – ebenso wie das häufige Erwachen in der Nacht – zur normalen Entwicklung Ihres Babys und hat obendrein eine Wächterfunktion. Ihr Kind kann so auf sich aufmerksam machen, wenn es hungrig oder durstig ist, es sich unwohl fühlt oder Gefahr droht (z. B. durch Behinderung der Atemwege).
- Der vermehrte REM-Schlaf bei Babys hat eine weitere bedeutende Funktion: Es wird angenommen, dass dieser aktive Schlaf für die Entwicklung von Nervenzellen und das Wachstum des Gehirns wichtig ist.
- Im ersten Lebenshalbjahr beginnt der Schlaf Ihres Babys mit oberflächlichem REM-Schlaf, ältere Kinder und Erwachsene zeigen dagegen als erste Schlafphase Non-REM-Schlaf. Dass der Schlaf von Babys mit einer oberflächlichen Schlafphase beginnt, ist auch der Grund, warum viele Kinder in diesem Alter sich schwer mit dem Einschlafen tun. Oft schrecken sie wieder auf, bevor sie in einen tieferen Schlaf finden können.
- Wenn Ihr Kind etwa 5-6 Monate alt ist, verändert sich sein Schlaf erneut: Der Nachtschlaf beginnt nun wie bei uns Erwachsenen mit einer Tiefschlafphase, auf die dann in der 2. Nachthälfte oberflächlichere und schließlich wieder Non-REM-Schlafphasen folgen.